Für unsere Schülerinnen und Schüler, die die letzten beiden Jahre an der Schule für Circuskinder (SfC) verbringen, ist es jedes Mal etwas Besonderes: eine gemeinsame Abschlussfahrt – und für viele auch ein „Luftholen“, bevor es in die intensive Phase der Vorbereitung auf die Zentralen Prüfungen in Hilden geht.
Gerade weil unsere Jugendlichen im Alltag an ständig wechselnden Gastspielorten oder Kirmesplätzen unterwegs sind und sich nur selten „einfach so“ sehen, haben Schulfahrten und Ausflüge an der SfC eine besondere Bedeutung: Sie stärken Gemeinschaft, ermöglichen Erfahrungen in einer Gruppe Gleichaltriger und erweitern den Horizont über die Grenzen des Circusplatzes oder Jahrmarkts hinaus.
Vom 2. bis 6. Februar führte die Schulfahrt diesmal in die lebendige und vielseitige Stadt Amsterdam. Schon bei der Stadtführung durch die historischen Gassen wurde deutlich: Geschichte ist nicht nur „Stoff“, sondern lässt sich an Orten, Gebäuden und Erzählungen begreifen. Ein besonderes Highlight war das STRAAT Museum mit seinen großformatigen Streetart-Werken. Hier wurde Kunst zum Gesprächsanlass: Welche Botschaften stecken in Bildern? Wie erzählen Farben, Formen und Figuren Geschichten?
Sehr bewegend war der Besuch im Anne Frank Huis. Viele Jugendliche waren spürbar berührt – auch, weil es in fast jeder Familie auf der Reise Erfahrungen von Verfolgung und Repressalien gibt. Genau solche Begegnungen schaffen die Grundlage, dass historisches Lernen nicht abstrakt bleibt, sondern Haltung, Empathie und Verantwortung anspricht. Auch das „Gruselige“ hatte seinen Platz: Im Dungeon wurde es aufregend – und im besten Sinne gemeinschaftsstiftend, weil man sich gegenseitig Mut macht, lacht und hinterher darüber spricht.
Im NEMO Science Museum konnten unsere Schülerinnen und Schüler selbst experimentieren und Naturwissenschaft „hands-on“ erleben. Abgerundet wurde die Reise durch eine gemeinsame Grachtenfahrt: Amsterdam vom Wasser aus zu sehen, war für viele ein unvergesslicher Moment.
Amsterdam war für unsere „Abschlussgruppe“ ein starkes gemeinsames Erlebnis: kulturell, historisch, kreativ und einfach menschlich. Mit vielen Eindrücken im Gepäck geht’s nun in die letzte Etappe und auf dem Sommerfest gibt es die Zeugnisse und wir lassen es krachen …
